Dienstag, 2. Oktober 2012

[Buch] Eowyn Ivey: Das Schneemädchen


Orginaltitel: The Snow Child
Genre: Erzählung, Märchen
Sprache: Deutsch (Orginal: Englisch)
Verlag: Kindler
Seitenanzahl: 464

Mabel und Jack leben in der Wildnis Alaskas. Das Ehepaar entschied sich für das Leben als Farmer in der Einsamkeit des Nordens, um sich ganz ihrer Trauer hinzugeben. Vor Jahren verlor Mabel ihr gemeinsames Kind und so konnten sie sich nie den Traum einer Familie erfüllen. Unter diesem Schmerz und dem harten Leben in der Wildnis leidet die Beziehung der beiden sehr. Doch als im Winter der erste Schnee fällt, überkommt das Paar eine schon lange vergessene Leichtigkeit. Sie beschließen, einen Schneemann zu bauen - oder besser, ein kleines Schneemädchen. Am nächsten Tag ist das Mädchen aus Schnee verschwunden. Hat die kleine Gestalt mit den blonden Haaren, die plötzlich am Waldrand auftauchte, etwas damit zu tun?

Die Geschichte von der Autorin mit dem wunderschönen Namen Eowyn Ivey erzählt im Grunde ein Märchen in einem Märchen. Das kleine blonde Mädchen und ihr Rotfuchs, die beide eines Tages in das einsame Leben des alten Ehepaars treten, erinnern Mabel an ein altes russisches Märchen über das Schneemädchen. Scheinbar scheint das Märchen wahr geworden zu sein. Das hat zum einen einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt, zum anderen macht es jedoch die Handlung ein wenig vorhersehbar. Trotzdem verführt die Geschichte, aber auch der offensichtlich sehr bewusst gewählte Schreibstil, unglaublich zum interpretieren und nachdenken. 

Das Buch ist insgesamt sehr ruhig. Man verfällt sogar in eine leichte, melancholische Winterstimmung beim Lesen. Es gibt kaum Stellen, bei denen man von "Action" sprechen könnte, denn es geht vor allem um das Seelenleben von Mabel und Jack. Trotzdem hat das Buch nur wenige Längen und lässt sich gut und flüssig lesen. Die Charaktere sind alle sympathisch und realistisch beschrieben. Dasselbe gilt für die Flora und Fauna des mir so fremden Alaskas.

Insgesamt ein wundervolles Winterbuch für ruhige Stunden, für den man in passender Stimmung sein sollte. Wer jedoch einen spannenden Fantasty-Roman erwartet, wird enttäuscht werden.

Bewertung:
Fazit: Ruhig, melancholisch, märchenhaft.

Kommentare:

  1. Ohhh.. das Buch habe ich doch letztlich irgendwo als Rezensionsexemplar gesehen.. :3 Sprach mich rein vom Cover nicht an, deine Rezension macht mich jedoch neugierig! (:

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    1. Ja, auf vorablesen gabs das! :-) Ich finde gerade das Cover wunderschön. Das Schlichte gefällt mir sehr. Lohnt sich zumindest mal in die Leseprobe reinzuschauen.

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  2. Besonders für den Winter scheint mir das wirklich ein schönes Buch zu sein!

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    1. Auf alle Fälle! Ich glaube, gerade an den Weihnachtstagen, wenn man frei hat, es draußen schneit und man sich drinnen gemütlich einmummeln kann, ist das ein guter Moment für so ein Buch. :-)

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