Donnerstag, 13. September 2012

[Buch] Janet Edwards: Earth Girl - Die Prüfung

Quelle

Genre: Science-Fiction
Sprache: Deutsch (Orginal: Englisch)
Verlag: rororo (2012)
Seitenanzahl: 448

Die Erde in ferner Zukunft. Die Menschen haben die Portaltechnik erfunden, mit deren Hilfe sie durch das Universum reisen können. Viele haben sich auf fremden Planeten niedergelassen und leben dort fernab vom alten Heimatplaneten. Bis auf Menschen wie Jarra. Jarra lebt mit einem genetischen Defekt, der sie daran hindert, auf anderen Planeten überleben zu können. Damit gehört sie zu den "Behinderten", den "Affen", die auf der Erde zurückbleiben müssen. Doch Jarra möchte diesen Zustand nicht akzeptieren. Sie möchte ebenfalls "normal" sein und fasst daraufhin einen Plan.

Jarra besitzt ein großes Interesse an der Geschichte und der Archäologie, weshalb sie unbedingt Geschichte studieren möchte, was mich persönlich besonders begeistert hat. Vor allem, weil das Geschichtsstudium der Zukunft offenbar das reinste Abenteuer darstellt. Doch anstatt sich für ein übliches Studium auf der irdischen Universität zu entscheiden, schreibt sie sich auf der Asgard Universität ein. Dies funktioniert natürlich nur, weil die Studenten dieser außerirdischen Hochschule ihr erstes Semester auf der Erde verbringen müssen, sodass Jarras genetischer Defekt niemandem auffällt. Sie beschließt, ihre Behinderung zu verschweigen, um so ihre Kommilitonen an der Nase herum zu führen. Ihr Ziel: Sie will beweisen, dass auch sie "normal" ist.

Jarra ist eine frustrierte, unsichere und gleichzeitig arrogante junge Frau mit vielen Vorurteilen. Zudem ist sie ein geniales Multitalent. All das macht sie zu einem furchtbaren Hauptcharakter, der mir sehr unsympathisch war. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und sie versucht zu vermitteln, wie sehr sie doch unter den Vorurteilen der "Exos", also den Menschen ohne Gendefekt", leiden muss. Dabei wird man jedoch ununterbrochen nur mit ihren Vorurteilen konfrontiert. Das macht es etwas schwierig, ihr die schwere Diskriminierung, unter der sie scheinbar leidet, zu glauben. Hinzu kommt, dass sie sich andauernd selbst als "Affe" und "Zurückgebliebene" bezeichnet, während sie gleichzeitig ihren Geschichtsdozenten in Wissen und Fähigkeiten übertrumpft, ihre Mitstudenten beeindruckt und mit ihren manigfaltigen Talenten alles und jeden rettet.

Auch der Erzählstil hat seine Schwächen. Während mich das Thema Geschichte und die futuristische Welt mit ihren vielen Feinheiten noch begeistern konnte, waren die Prioritäten, welche Stellen der Geschichte umfassender und welche etwas kürzer erzählt werden, unglaublich ungünstig gewählt. So gibt es seitenweise Erklärungen über die Gegebenheiten und Besonderheiten dieses zukünftigen Universums - die natürlich alle von Jarra stammen, die ihrer unwissenden Klasse die Welt erklärt. Gleichzeitig werden spannende und emotionale Szenen, über die man als Leser unbedingt mehr erfahren möchte, in nur wenigen Sätzen zusammengefasst.

Allgemein scheint der Schwerpunkt mehr auf der Konstruktion dieser zukünftigen Welt zu liegen (die trotzdem immer noch Fragen aufwirft), als auf den Charakteren. Jarras Klasse bleibt größtenteils eine unförmige Menschenmasse, die nur hinterherläuft, und auch die Personen, die näher beschrieben werden, sind kaum mehr als Stereotypen.

Im Grunde kann ich nur zusammenfassend sagen, dass mir persönliches dieses Buch leider nicht zugesagt hat, wobei mir die Idee der Welt, in der die Menschen durch Portale das Universum bereisen, und einer beinah abenteuerlichen Form des Geschichtsstudiums sehr gefallen hat. Da ich jedoch mit dem Charakter Jarra nicht warm wurde, wird das jedoch das erste und letzte Buch bleiben, dass ich aus dieser Reihe (es wird wohl noch zwei weitere Teile geben) gelesen habe.

Bewertung: xx
Fazit: Es hätte alles so schön sein können - war es aber leider nicht.

Kommentare:

  1. Ich finde es toll, wie objektiv du das Buch rezensieren kannst! Nach einem Buch kann ich meistens nur sagen: "Toll!", "Schlecht..." oder "Supermegaklasse-nochmallesen!" xD

    Und obwohl mich der Grundgedanke der Geschichte doch ziemlich interessiert, werd ich wohl die Finger von lassen ^-^b

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    1. Danke. :-) Aber ich glaube, die Rezension ist schon ziemlich subjektiv, da sie ja auch immer meinen Geschmack wiederspiegelt.

      Bei richtig guten Büchern fällt es mir jedoch auch manchmal schwer, mehr als "Supermegaklasse" zu schreiben. ;-)

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  2. Heutzutage kann man die Neuerscheinungen, die nicht ein Teil einer Trilogie sind, wirklich schon an der Hand abzählen - dabei haben die wenigsten von ihnen das Zeug dazu. Danke für deine gute (bzw schlecht ;P) Rezension. Ein Buch, um das ich wohl nun einen Bogen machen werde.

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    1. Du hast so recht. >,< Ich bin immer schon erleichtert, wenn sich hinter einem neu erschienen Buch nicht wieder eine mehrreihige Saga verbirgt.

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