Dienstag, 5. Juni 2012

[Buch] Rona Jaffe - Das Beste von allem


Orginal: The Best of Everything
Genre: Gegenwartsliteratur
Sprache: Deutsch (Orginal: Englisch)
Verlag: Ullstein (2012)

Menschen, die ein erfülltes Leben in der Gegenwart haben, können die Vergangenheit leichter vergessen, obwohl man sie nie ganz vergisst.

"Das Beste von allem" handelt von fünf jungen Frauen im New York der 1950er Jahre. Sie sind auf der Suche nach dem Traumjob, der ersten eigenen Wohnung, eleganten Feiern, in denen der Alkohol nur so in Strömen fließt, und vor allem - Männer.

Gerade Letztere werden regelrecht fanatisch gesucht, denn die Hochzeit bildet scheinbar den Höhepunkt einer jeden Frau dieser Zeit. Auch diejenigen, die in einer von Männern dominierten Welt eine Karriere nicht ausschließen wollen, würden alles sofort aufgeben, wenn doch nur Mr. Right sie heiraten würde... und genau das bildet für mich persönlich den Schwachpunkt dieses Buches. "Das Beste von allem" erzählt aus und von einer Zeit, die ich mir um keinen Preis zurückwünschen würde. Es erzählt vom Beginn der weiblichen Emanzipation. Frauen werden noch nach "Huren und Heiligen" eingeteilt. Man(n) steigt entweder sofort mit ihnen ins Bett oder heiratet sie. Sexuelle Belästigung und Diskriminierung sind Alltag. Und auch die Frauen ordnen sich diesen gesellschaftlichen Normen unter, auch wenn sie dabei die meiste Zeit über unglücklich sind. Aus diesem Grund gab es beim Lesen immer wieder Passagen, die ich als Frau des 21. Jahrhunderts nicht ohne eine gewisse Enttäuschung und Wut lesen konnte.

Trotzdem sind die Charaktere des Buches sehr sympathisch und so leidet man mit ihnen oder freut sich für sie. Dabei kann man Caroline Bender, eine junge Frau, die ihren ersten Job als Schreibhilfe in einem New Yorker Verlag beginnt, als Hauptfigur bezeichnen, da ihr Leben am ausführlichsten geschildert wird. Mit ihr beginnt das Buch und durch sie lernt der Leser auch die anderen vier Damen kennen, um deren Leben es im weiteren Verlauf der Handlung gehen wird. Dabei verbindet sie gerade am Anfang vor allem das Unglück mit den Männern.

Ich konnte nicht jede ihrer Sichtweisen und Handlungen nachvollziehen und gerade das zeigte mir, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Und das es gut so ist. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen. Der Stil ist sehr eingängig und unterhaltsam. Außerdem fällt die schöne Covergestaltung auf.

Bewertung: xx

Fazit: Insgesamt kann ich das Buch vor allem Leuten empfehlen, die ein Interesse an dem Leben von Frauen der 50er Jahre haben.

Kommentare:

  1. Ehrlich gesagt hab ich bei dem Cover des Buches fast schon an einen Sci-Fi Roman gedacht.. nagut. Bis auf die Beine.
    Schöne Rezension auf alle Fälle, auch wenn ich es wohl nicht lesen würde - die Gefahr in eine Kitschfalle zu fallen, wäre mir doch zu groß. (;

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    1. Kann ich verstehen. Es ist zum Teil ziemlich kitschig. Jedenfalls in den Gedanken der Damen. Ich brauch jetzt auch erst mal wieder etwas anders. :-)

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  2. Also - ich habe bei diesem Cover eher an Popgedöhns à la "Der Teufel trägt Prada" gedacht (wo der Roman in Wahrheit schon 1958(!) veröffentlich wurde), weiß der Geier warum ich trotzdem die Review dazu gelesen habe; aber ich bin froh, denn es klingt sehr interessant, und wanderte gleich auf meine Leseliste.
    Jaja, "don't judge a book by it's cover" - trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, mit was für Ideen das deutsche Verlagswesen manchmal aufwartet.

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    1. Du wirst lachen, aber deine Gedanken bei dem Cover sind nicht ganz abwegig. Der Anfang erinnert stark an "Der Teufel trägt Prada", aber auch an "Sex and the City". Und trotzdem kann man allein aufgrund der Zeit, in der das Buch spielt, nicht ganz mit den beiden vergleichen. Wenn dir solche Bücher nicht zusagen, solltest du vielleicht erst mal in eine Leseprobe reinlesen, bevor du zuschlägst. :-)
      Leseprobe

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  3. Nun, auch davon gibt's ja "sonne und solche"... Im Moment bin ich ja ohnehin großer Leihbuchfreund, insofern wäre es nicht der Welten Untergang, falls es nicht schmeckt. Und ich muss meinen Angriff auf die Deutschen Verlage ohnehin etwas zurücknehmen - oder verallgemeinern, je nachdem - stellte ich doch fest, dass dieses Foto mit den Pumps auch auf einer englischen Ausgabe benutzt wird.

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    1. Ausleihen ist eigentlich sowieso immer am besten. :-)

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